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Mazzucchelli 1849: die Farbbäckerei

26. Oktober 2026 | 2 Min. Lesezeit

seit 1849

Mazzucchelli begann 1849 mit Kämmen und Knöpfen. Später machte man aus Acetat etwas, das Menschen gern tragen. Bis heute ist es ein Familienunternehmen in Castiglione Olona in der Lombardei, und von dort kommt der größte Teil unseres Acetats.

Ihr Labor erinnert an eine Bäckerei: Material liegt bereit, es wird gemischt, ein Geruch, eine Temperatur. Seit den Siebzigern hat sich dort wenig verändert, und das ist kein Mangel, sondern das Zeichen eines Unternehmens, das sorgsam mit den Dingen umgeht. Wir arbeiten seit über zehn Jahren mit denselben Menschen, und jedes Gespräch setzt dort an, wo das letzte aufgehört hat. Sie wissen, was Acetat kann und was nicht – ihr Archiv mit Proben aus über siebzig Jahren ist der Beweis.

von der Masse zur Platte

Celluloseacetat entsteht aus Holzzellstoff und Baumwollfasern, eine pflanzliche Alternative zu Kunststoffen auf Erdölbasis. Mehrere Tage mit Essigsäure behandelt, wird die Cellulose zu einer dicken, formbaren Masse. Die Pigmente kommen von Hand hinzu, bis der Farbton exakt stimmt. So zieht sich die Farbe durch das gesamte Material, statt nur auf der Oberfläche zu liegen.

Wie es weitergeht, hängt vom Acetat ab. Für einen Block wird die gefärbte Masse in kleine Würfel geschnitten, mit Würfeln in anderen Farben kombiniert, zu einer einzigen Masse gepresst und dann in Platten geschnitten. Ein Schichtacetat vereint einfarbige Lagen. Ein Verlauf wird keilförmig aufgebaut, sodass eine Farbe in die andere übergeht.

Pressen und Aushärten geben dem Material Transparenz und Festigkeit, der gesamte Prozess dauert Wochen. Dann muss es ruhen: Zu früh bearbeitet, bewegt es sich; zu lange gelagert, wird es spröde. Selbst am Ende seines Lebens hat Acetat nicht ausgedient: Chemisch zerlegt, lassen sich bis zu 90% des Ausgangsmaterials recyceln.

Es ist eine langsame Art, ein Material herzustellen. Genau deshalb kommen wir immer wieder.

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